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in:
Weide ist für die Entwicklung der Bienenvölker
besonders wichtig
11.03.2008 Nordeifel. Die Sorge um den Fortbestand der Bienen ist derzeit
in aller Munde. Auch die im Imkerverein Monschauer Land organisierten Imker beklagen
Bienenverluste, deren Ursachen vielfältig und teils noch unerforscht sind.
Dennoch wagen sich aus den überlebenden Bienenvölkern die im Spätsommer und Herbst aufgezogenen
Winterbienen bei sonnigem Wetter in verstärktem Maße nach draußen. Neben dem ersten Reinigungsflug
bereiten sie sich auf die Aufzucht der ersten neuen Bienengeneration 2008 vor. Dazu müssen sie
Wasser eintragen, um vorhandene Reste von Pollen aufzulösen, mit dem die Bienenbrut gefüttert wird.
Damit für das starke Wachstum des Bienenvolkes ausreichend Nahrung vorhanden ist, müssen neue
Pollen und auch schon Nektar eingetragen werden. Dazu befliegen die Bienen Hasel und früh blühende
Weiden.
Die Weide, eine wichtige Bienen-Nahrungsquelle, ist zweihäusig, das heißt, die männlichen und
weiblichen Blüten sitzen auf verschiedenen Bäumen. Damit die beiden zusammenkommen, scheiden die
Blüten einen süßlichen, klebrigen Nektar aus, der im Frühjahr die eben ausgeschwärmten Bienen
heranlockt. Diese krabbeln eifrig auf den Blüten herum und bringen so die Pollen auf die
Narben.
Die Weide ist für die Entwicklung der Bienenvölker besonders wichtig, denn so zeitig im Frühjahr
gibt es noch wenige Blüten für die Bienen. Nicht nur Honigbienen sind auf blühende Weidenbestände
angewiesen, auch Hummeln, Wildbienen, Wespen und Schwebfliegen liefern sie notwendige Nahrung.
Zum Schutz dieser so wichtigen Blütenbesucher und Bestäuber ist das Abbrechen von Weidenzweigen
gesetzlich verboten worden. Die Tatsache, dass der blühende Weidenschmuck für das heimische
Wohnzimmer nur noch über Gärtnereien besorgt wird und nicht durch Abrechen in der freien Natur
trägt zum Erhalt der Honigbienen und anderer Blüten besuchenden Insekten bei.
Vielleicht kann aber auch eine Hängekätzchenweide in den Vorgarten gepflanzt werden und so zum
Angebot für die Bienen beitragen. Dann sollte beachtet werden, dass der notwendige Gehölzschnitt
erst nach der Blütezeit erfolgt. Die Hängekätzchenweide verkraftet selbst eine kräftige Verjüngung
und entwickelt während des Sommers wieder reichlich Blütentriebe für das nächste Jahr.
Weitere Informationen erhält man bei einem Besuch des Imkerstammtisches, der im April und Mai am
ersten Dienstag im Monat jeweils um 20 Uhr im Gasthof Küpper in Widdau
stattfindet.
24.04.2008, 14:30Die Imker sterben aus, die Bienen auch?
Nordeifel. Jetzt blüht es wieder in unseren Gärten. Die Bestäubung der Blüten ist eine notwendige
Voraussetzung für die Bildung von Früchten und Samen. Die Früchte an Bäumen und Sträuchern (z.B.
Kirschen, Äpfel, Himbeeren) dienen sowohl uns Menschen als auch vielen Tieren als Nahrung. Etwa 80
Prozent der heimischen Pflanzenarten sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Aufgrund
ihres Körperbaus und ihrer Lebensweise kommt der Honigbiene dabei eine ganz besondere Rolle zu.
Auch wenn viele andere Insekten in Sachen Bestäubung unterwegs sind, die Honigbiene kommt - gerade
bei den Kulturpflanzen - auf einen vorderen Platz, denn sie ist blütenstet, das heißt, Honigbienen
bleiben während eines Sammelfluges immer einer Blütenart treu. Ein einziges Bienenvolk besucht über
50 Millionen Blüten in einem Jahr und sammelt 15-20 kg Pollenkörner, und ist damit einer der
wichtigsten Blütenbefruchter.
Bessere Qualität
Ausreichende Bestäubung
sichert nicht nur einen hohen Ertrag, sondern verbessert auch die Fruchtqualität: Größere,
wohlgeformte und haltbarere Früchte mit erhöhtem Zucker-, Säure-, bzw. Mineralstoffgehalt werden
ausgebildet.
Der Anteil des Windes an der Bestäubung von Blüten ist minimal. So wurden in zwei Apfelplantagen,
einer mit und einer ohne Bienenvölker zur Blütezeit, die Früchte auf ihre Anzahl Samen
überprüft.
Der Befruchtungserfolg aus der Anlage mit Bienen lag mit 92,5 Prozent signifikant höher als bei der
Anlage ohne Bienen. Hier wurden nur 58,5 Prozent Befruchtungserfolge erzielt.
Bei nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel beim Raps ist der Einfluss der Honigbiene noch
höher. An drei Versuchsfeldern konnte nachgewiesen werden, dass der Mehrertrag, der durch die
Bestäubungsleistung der Honigbiene zustande kommt, ca. 100g/qm oder umgerechnet ca. 1000 kg/ha
beträgt.
Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung übersteigt den Wert der Honigproduktion um
das 10- bis 15-fache. Dies sind rund 2,5 Milliarden Euro jährlich in Deutschland. Damit nimmt die
Honigbiene den dritten Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein. Aber gerade
dieses wichtige Nutztier kann in der heutigen Zeit nicht mehr ohne menschliche Hilfe überleben.
Leider steigt das Durchschnittsalter der Imker an, während die Anzahl der Imker und damit der
Bestand an Bienenvölkern jährlich sinken. Die Imker sterben aus, die Biene auch?
Die 44 im Imkerverein Monschauer Land organisierten Imker mit insgesamt 343 Bienenvölkern möchten
diesem Trend entgegenwirken. Interessierte Bürger sind eingeladen, sich umfassend über die
Bienenhaltung zu informieren. Dazu bieten sich die Imkertreffs in der Gaststätte Küpper in Widdau
an, welche im Mai und im Juni am ersten Dienstag des Monats um 20 Uhr stattfinden.
Wenn Sie darüber hinaus etwas für die heimische Natur und das ökologische Gleichgewicht tun
möchten, sollten Sie sich Honig aus heimischer Produktion schmecken lassen, damit fördern Sie
indirekt die Bestäubung zahlreicher heimischer Wild- und Kulturpflanzen und leisten einen wichtigen
Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Die Imker haben dafür eine ganz einfache Formel: «Honig
lässt sich importieren, Bestäubungsleistung nicht.»
Ein Hotel für Wildbienen
(M. S.)12.05.2008, 13:32Nordeifel. Weltweit sind rund 5000 unterschiedliche
Wildbienenarten und -gattungen bekannt, die meisten arg in ihrer Existenz bedroht. In der Nordeifel
sind Sand-, Mauer- und Blattschneiderbienen sowie Lehmwespen und Gartenhummeln noch relativ häufig
zu Hause.
Damit sie sich auch künftig hier wohlfühlen und ihre Kolonie möglichst an Population gewinnt,
bauen ihnen drei Vorstandsmitglieder des Imkervereins Monschauer Land momentan im Kluckbachtal bei
Rohren nach Plänen und Anleitungen des «Naturschutzbund Deutschland» (NABU) ein regelrechtes
Wildbienen-Hotel.
Massive Konstruktion
Daraus soll eine komfortable, bedarfsgerechte «Viersterne-Anlage» werden, wie die fleißigen
Bienenfreunde scherzhaft versichern. Pfingstsamstag installierten der zweite Vorsitzende, Alfred
Isaac aus Konzen, und seine Imkerfreunde Joachim Carl, Schriftführer, und Kassierer Bernd Steffens
(beide Mützenich) fachgerecht den Rohbau, eine massive Balkenkonstruktion aus Fichtenholz, gossen
einen soliden Betonsockel und feierten ein kleines «Richtfest».
In Zusammenarbeit mit dem Monschauer Team von Sielmanns Naturrangern wird das schmucke Anwesen nun
Rippe für Rippe, den Feinputz erhalten, mit Nisthilfen, Nischen aus diversen Materialien, Hölzern
und Pflanzenfasern ausgekleidet. Raum für Raum ist damit bezugs- und brutfertig hergerichtet, das
Projekt kann bald eingeweiht werden. Zu guter Letzt soll das Bienenhaus der besonderen Art ein
schützendes Dach erhalten.
Wildbienen wie auch andere in freier Natur vorkommende Insektenspezien leben als Singles (im
Fachjargon: «Eier legende Solitärbienen») und nicht, wie ihre durch den Menschen domestizierten
Verwandten, die von Imkern gezüchteten, sprichwörtlich fleissigen Hausbienen, in riesigen Familien,
Schwärmen und Staatsverbänden.
Seit Jahren unterhält der Imkerverein in enger Nachbarschaft zum nun angegangenen Projekt einen
Bienen-Lehrstand. Seine hier lebenden zwei Völker haben je 30.000 schwirrende Bewohner und werden
von Alfred Isaac betreut. Der durch seine Imkerei erzeugte Honig kommt Besuchern der «Monschauer
Tafel» und behinderten Menschen zugute.
Mit Entsetzen und Empörung mussten Isaac und seine Züchterfreunde daher registrieren, dass
kürzlich, direkt vor ihrem Lehrstand, eine Reihe blühender Weiden gefällt wurden. Diese trugen
bereits Kätzchen, unentbehrliche Erstnahrung für pollenhungrige Bienen im Frühling.
Isaac: «Wer sich als Bürger einen Strauß Weidenkätzchen abpflückt und erwischt wird, begeht eine
Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bussgeld rechnen. Da soll diese wilde und großflächige
Abholzaktion ungeahndet bleiben? Dieser sinnlose Frevel tut uns weh, solch ein objektiv
verwerfliches Tun kann kein Naturfreund anordnen und durchführen!» bitten die Bienenfreunde um
Hinweise auf den oder die Verantwortlichen.